Mark fühlte sich wie in einem Teufelskreis gefangen. Seit Jahren kämpfte er mit Erektionsproblemen. Beim Solo-Sex klappte zwar alles einwandfrei, doch sobald es zum Sex mit anderen kam, ging nichts mehr. Er fragte sich: „Warum habe ich Erektionsprobleme immer nur mit anderen?„
Wann genau es angefangen hatte, konnte er gar nicht mehr sagen. Er wusste nur, dass das Problem inzwischen wie ein Schatten über seinem Liebesleben lag und nicht einmal Medikamente mehr halfen. Mit der Zeit hatte es ihm jede Lust auf Intimität genommen. Statt sich auf Nähe zu freuen, suchte Mark immer öfter nach Ausreden, um Situationen zu vermeiden, die ihn erneut mit seinem ‚Versagen‘ konfrontieren könnten.
Jedes Mal, wenn er sich auf jemanden einließ, begann das gleiche quälende Gedankenkarussell: Was, wenn es wieder nicht funktioniert? Was denkt sie/er dann über mich? Die Zweifel und Ängste schnürten ihm die Kehle zu, und noch bevor er richtig im Moment sein konnte, war die Erektion auch schon verschwunden.
Mark ist nicht allein mit dieser Erfahrung. Viele Männer erleben, dass Stress, Selbstzweifel oder der Druck, Erwartungen zu erfüllen, sie aus ihrer eigenen Wahrnehmung herausreißen.
Die gute Nachricht ist: Es gibt Möglichkeiten, diese Verbindung zurückzugewinnen – und sie können nicht nur die Erektion stabilisieren, sondern auch die sexuelle Erfahrung insgesamt bereichern.
In diesem Beitrag stelle ich dir drei wirkungsvolle Ansätze vor, um die Verbindung zu deinem Körper Schritt für Schritt zu stärken. Mit Hilfe dieser realtiv einfachen Übungen lernst du, wieder präsenter zu sein und deine Erregung zu spüren. So kannst du entspannt bleiben und deine Sexualität in vollen Zügen genießen.
In der eigenen Wahrnehmung bleiben und die Spürfähigkeit stärken
Ein wichtiger Schritt ist es, wieder mehr zu dir selbst zurückzukommen und deine Wahrnehmung zu stärken. Denn wenn du dich die ganze Zeit auf dein Gegenüber konzentrierst – auf ihre oder seine Bedürfnisse, Reaktionen oder auch auf deine eigene Leistung – verlierst du den Kontakt zu deinem eigenen Körper. Und ohne diesen Kontakt lässt die Erektion oft nach, weil du dich von deiner eigenen Erregung entkoppelst.
Ein zentrales Element im Sexocorporel-Ansatz ist es, die Spürfähigkeit für den eigenen Körper und den Penis zu schärfen. Das bedeutet, dass du lernst, dich während des Sex wieder mehr auf deine eigenen Empfindungen zu fokussieren. Dazu gehört zum Beispiel, die Berührungen bewusst wahrzunehmen, die Lust in deinem Körper zu spüren und ganz im Moment zu sein. Wenn du das übst, wird es dir leichter fallen, die Erektion zu halten und den Sex wirklich zu genießen.
Es gibt einfache Übungen, die dir helfen können, die Verbindung zu deinem Körper und deiner Erregung zu stärken:
Atmung
Tiefe, entspannte Atemzüge helfen dir, in deinem Körper präsent zu bleiben und die Erregung gleichmäßiger zu spüren. Durch die Atmung kannst du den Fokus wieder zurück zu dir holen und den Kopf etwas beruhigen.
Wenn den Gedanken viel zu tantrisch, esoterisch oder schräg findest oder einfach nur skeptisch bist, dann lies in diesem Beitrag nach, warum richtiges Atmen deinen Sex besser macht.
Bewegung
Leichte Bewegungen des Beckens oder bewusste Körperbewegungen können dazu beitragen, die Erregung im Körper besser zu spüren und den Energiefluss zu fördern. Erlaube dir, dich frei zu bewegen und deinen Körper besser kennenzulernen. Dadurch lernst du auch, deinen Penis mehr zu spüren.
Beckenbodentraining
Ein trainierter Beckenboden unterstützt nicht nur die Erektion, sondern hilft dir auch, mehr Kontrolle und Gefühl für deinen Körper zu entwickeln. Das regelmäßige Üben von Beckenbodenmuskeln kann die Sensibilität und das Körperbewusstsein verbessern. In diesem Beitrag erfährst du, wie genau Beckenbodentraining dein Sexleben verbessert. Und hier gehts direkt zu einfachen Übungen.
Es braucht Geduld und Übung, um deine Wahrnehmung und Spürfähigkeit zu stärken – doch das kann dir langfristig helfen, beim Sex entspannter und erfüllter zu sein.